VDMA-Präsident Bertram Kawlath hat sich in einem offenen Brief an die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, gewandt. Grund ist die Tatsache, dass die USA die Liste all jener Produkte erheblich ausgeweitet hat, für welche die weitaus höheren Stahl- und Aluminiumzölle gelten sollen. Infolgedessen unterliegen nun etwa 30 Prozent der US-Maschinenimporte aus der EU einem Zoll von 50 Prozent auf den Metallanteil des Produkts. Das bedeutet, so der VDMA in einer Pressemitteilung, für viele Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, dass ihr gesamtes US-Geschäft gefährdet ist.
Zum anderen soll die Liste der Stahl- und Aluminiumzölle alle vier Monate überprüft und gegebenenfalls erweitert werden. Statt Planungssicherheit, wie von der EU-Kommission verkündet, sieht der VDMA also weiterhin Unsicherheit im transatlantischen Handel. Hinzu kommt eine erhebliche Zusatzbelastung durch Bürokratie, weil die Stahl- und Aluminiumzölle in einem aufwändigen Verfahren ermittelt werden.
Schon jetzt wurden laut VDMA rund 150 neue Produkte in die Liste der Stahlderivate aufgenommen, für die künftig ein Zollsatz von 50 Prozent auf den Metallgehalt des Produkts gelten würde. Darunter befinden sich Motoren, Pumpen, Industrieroboter oder Land- und Baumaschinen. Bei der nächsten Überprüfung in vier Monaten könnten weitere Produkte dazukommen, etwa Drohnen oder Windturbinen und deren Komponenten. Das ist für die Branche ein nicht tragbares Ergebnis eines angeblich Stabilität bringenden „Zolldeals“.